Räuchern zu Samhain – Mit „Neunerlei Holz“ und Beifuß durch die dunkle Zeit

Leuchtendes Räucherstövchen mit getrocknetem Beifuß für das Räuchern zu Samhain, daneben eine Kerze

Wenn die Tage kürzer werden und der Nebel morgens über den Feldern liegt, legt sich eine andere Stimmung über das Land. In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November endet mit Samhain die helle Zeit des Jahres. Man sagt, dass die Grenze zwischen den Welten in dieser Zeit dünner wird und die Ahnen dem Haus ein Stück näher kommen.

Menschen begleiten solche Übergänge seit jeher mit Rauch. Ein feiner Faden steigt auf, verabschiedet Altes und stimmt das Haus auf die dunkle Jahreshälfte ein. Das „Neunerlei Holz“, der Beifuß und ein sanft glimmendes Stövchen begleiten dich dabei durch diese Nacht.

Was ist das „Neunerlei Holz“?

„Neunerlei Holz“ sind neun verschiedene Hölzer, die gemeinsam verräuchert oder verbrannt werden. Überliefert ist der Brauch, dass es Gehölze sein sollen, deren Namen nicht auf „-baum“ enden, also zum Beispiel Buche, Eiche oder Linde. Die Neun, dreimal drei, gilt als Zahl mit besonderer Kraft, der man Glück, Stärke, Wohlstand und Fruchtbarkeit zuschrieb.

Welche neun Hölzer gewählt wurden, hing von der Region ab und davon, was vor der Tür wuchs. Gesammelt wurden dafür nur Zweige, die bereits herabgefallen waren, und diese hob man schweigend vom Waldboden auf. Verräuchert wurde das Neunerlei Holz zu den Jahreskreisfesten, etwa zu den Sonnwenden, Beltane, Samhain und den Raunächten.

Welche Hölzer gehören zum „Neunerlei Holz“?

Beim Neunerlei Holz handelt es sich um Gehölze, die gebündelt für die Kraft der Bäume stehen und Schutz und Reinigung schenken sollen. Zu ihnen zählen unter anderem Fichte, Tanne, Lärche, Waldkiefer, Zirbelkiefer, Bergkiefer, Wacholder, Eiche, Buche, Linde, Ahorn, Birke, Hasel, Espe und Eberesche. Die Mischung wurde je nach gewünschtem Zweck zusammengestellt.

Aquarell mit neun Zweigen für das Neunerlei Holz, darunter Fichte, Waldkiefer,
Wacholder, Eiche, Buche, Linde, Birke, Hasel und Eberesche

Ein Vorschlag für neun Hölzer wären Fichte, Waldkiefer, Wacholder, Eiche, Buche, Linde, Birke, Hasel und Eberesche, so wie sie auf der Illustration zu sehen sind.

In der Überlieferung zählen auch Eibe und Sadebaum (Stinkwacholder) zu den schutzgebenden Gehölzen. Wegen ihrer Giftigkeit bleiben sie hier bewusst außen vor.

Beifuß räuchern zu Samhain

Zu Samhain darf der Beifuß nicht fehlen. Seit alter Zeit vertraut man ihm als Schutzpflanze, und sein würzig-herber Rauch hat eine reinigende Wirkung. Ebenso gehört er in Räuchermischungen für die Ahnen, da er als „Hüterin der Schwelle“ gilt. Schon eine Prise des getrockneten Krauts genügt. Du kannst sie zu den Hölzern geben oder ihn ganz für sich allein räuchern.

Räuchern mit dem Räucherstövchen

Das Räucherstövchen ist eine milde Räuchervariante. Das Räucherwerk wird sanft erwärmt statt, wie bei einer energetischen Hausreinigung, auf Kohle verbrannt. Für ein ruhiges Samhain-Ritual eignet es sich deshalb sehr gut.

Nahaufnahme eines Räucherstövchens mit Blütenmuster, auf dem Sieb liegt
getrockneter Beifuß

Neunerlei-Holz-Räucherung am Stövchen

  1. Wähle einen ruhigen Platz mit stabiler, feuerfester Unterlage, weit weg von Vorhängen und Papier.
  2. Zerkleinere die Hölzer so fein wie möglich.
  3. Zünde das Teelicht an und lege wenige Späne und eine Prise Beifuß auf das Sieb oder die Schale. Wenig genügt.
  4. Bleib in der Nähe und nimm dir einen Moment. Was darf gehen? Wen möchtest du in Gedanken einladen?
  5. Lösche das Teelicht, wenn es genug ist.

Sicher Räuchern

Feuer: Stelle das Stövchen auf eine stabile, feuerfeste Unterlage, halte Abstand zu allem Brennbaren und lass das Teelicht nie unbeaufsichtigt.

Atemluft: Auch am Stövchen entsteht ein wenig Rauch. Weniger ist mehr, und bei Bedarf sorgst du für frische Luft.

Kinder und Tiere: Halte Stövchen und Kerze außer Reichweite von Kindern und Haustieren. Tiere reagieren sensibel auf Rauch und Duftstoffe, räuchere am besten, wenn sie nicht im Raum sind.

Schwangerschaft: Beifuß gilt als wehenfördernd. Verzichte in der Schwangerschaft darauf und räuchere generell nur zurückhaltend. Bei Fragen hilft deine Hebamme oder Ärztin.

Atemwege und Vorerkrankungen: Bei Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen hole vor dem Räuchern ärztlichen Rat ein.

Räucherwerk: Verwende nur Pflanzen, die du zu 100% bestimmen kannst, und nur unbehandeltes Holz, nie lackiertes oder imprägniertes. Giftige Gehölze gehören nicht ins Bündel.

Steigt der Rauch auf und verliert sich im Dunkel, sieh ihm einen Augenblick lang nach und gönn dir diesen stillen Moment. Mehr braucht diese Nacht nicht.

Aquarell eines Räucherstövchens, aus dem Rauch aufsteigt, umgeben von Beifuß,
Wacholder und Eberesche

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